Häufige Probleme oder Einschränkungen die beim Laufen/Joggen beobachtet
werden können, sind vornehmlich im Bereich der Knie und Sprunggelenke,
sowie Schwierigkeiten frei und tief zu atmen.
Ist das Spannungsverhältnis von Beininnen und -außenseite, Vorder- und
Rückseite, Waden zu Oberschenkel, Beine zu Rumpf nicht harmonisch
ausbalanciert, kompensiert die Körperstruktur dies mit Gegenspannung zu
angespannten Bereichen, mit Rotation und Verschiebung. Dies tut jeder
auf seine eigene, ganz individuelle Weise. Und nicht nur beim Sport.
Ist beispielsweise die Beininnenseite angespannter/ kürzer als die
Außenseite beobachtet man ein Phänomen, dass man auch O-Beine nennt.
Die Kraft wird vom Boden her senkrecht übertragen, bei O-Beinen dann
nicht mehr entlang der Knochen, sondern sie durchquert das Kniegelenk
in einem anderen Winkel, der ungünstiger ist als bei "geraden" Beinen.
Kompensiert werden könnte die schlechtere Belastbarkeit des Kniegelenks
durch Stabilisierung in der Hüfte. Das wiederum führt dazu, dass der
natürliche Bewegungsablauf beim Joggen/Laufen eingeschränkt ist.
Oftmals beobachtet man eine starke seitwärts Bewegung der
Schulterpartie, um die Steifheit in den Hüftgelenken, den Kraftaufwand
das Knie in der Landephase zu stabilisieren, zu kompensieren. Die Arme
können nicht mehr frei schwingen (sonst würde das in wildes Rudern
ausarten), also hält man sie näher am Rumpf- dieser Aufwand
beeinträchtigt die Atmung.
Rolfing vermag durch gezielte Arbeit am Bindegewebe verkürzte und
angespannte Bereiche zu lösen. Im oben beschriebenen Fall würde
folgendes passieren:
Durch die wiedererlangte Elastizität und Mobilität des Bindegewebes
u.a. der Beininnenseite würde das Knie wieder über dem Fuß in einer
sinnvollen Linie sein, das Sprunggelenk würde entspannt, da Schien- und
Wadenbein nicht im schrägen Winkel sondern dem Gelenk entsprechend nach
oben ragen. Der Hüftbereich müsste nicht kompensieren, die Hüftgelenke
könnten den vollen Bewegungsradius ausschöpfen, was zu einer ruhigen,
entspannten kontralateralen (gegengleichen) Bewegung des Rumpfes und
frei schwingenden Armen führen würde. Tiefe und leichtere Atmung wäre
möglich und sie würden laufen, und laufen und laufen....
(Andrea Clusen)
|
|
 |